Keynote: Microsoft schafft sich ab

Pathé Dietlikon

Unter der Ägide von Satya Nadella erfindet sich Microsoft völlig neu: Herstellung und Vertrieb (proprietärer) Software weicht der Ausrichtung auf Dienste, der Integration in bestehende Lösungen Dritter, der Orientierung am Endanwender sowie einer nie geahnten Öffnung des Konzerns in Richtung Open Source Software.

Vertraute Paradigmen wie maximale Kompatibilität, einfache Bedienbarkeit mittels graphischer Oberflächen, hierachische Verwaltbarkeit, verblassen. An dessen Stelle tritt die strenge Fokussierung auf den Betrieb großer Rechenzentren, Automation und Interoperabilität – insbesondere mit der Linux-Welt.

Ratlos zurück bleiben kleine und mittelständische Unternehmen, Verwaltungen, „Cloud-Skeptiker“ und ein Ökosystem an Anbietern, die in vielen Fällen gedanklich in den 1990er Jahren verhaftet sind. Was wird auf den vertrauten Exchange-Server folgen, wenn Microsoft ausschließlich Office 365 anbietet? Wie verwaltet der Teilzeitadmin einen Nano-Container? Was kauft man als Nachfolger für das geliebte Windows Phone? Am Ende wird die Frage stehen, ob Microsoft die Produkte, die der Kunde gerne kaufen und lizensieren möchte, weiterhin anbietet.

Schafft Microsoft sich ab?

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